Wie viel Budget braucht Sportsponsoring wirklich?
Eine Frage, die in fast jedem ersten Gespräch auftaucht. Wir erklären, warum die Antwort nicht in einer Summe liegt — sondern in einem Verhältnis.
Die Frage nach dem „richtigen Budget“ für Sportsponsoring ist meistens die falsche Frage. Sie setzt voraus, dass es eine Summe gibt, ab der Sponsoring funktioniert. Tatsächlich funktioniert Sponsoring nicht ab einer Summe — sondern ab einem Verhältnis. Das Verhältnis zwischen Rechteerwerb und Aktivierung entscheidet darüber, ob ein Engagement beim Publikum ankommt oder nur auf der Bande leuchtet.
Die Faustregel: 1 zu 2, nicht 2 zu 1
Die verbreitetste Faustregel im Sponsoring besagt, dass für jeden Euro, der in den Rechteerwerb fließt, ein weiterer Euro in die Aktivierung investiert werden sollte — also ein Verhältnis von 1:1. In der Praxis ist das für die meisten Engagements zu wenig. Wir empfehlen ein Verhältnis von 1:2: auf einen Euro Rechteerwerb kommen zwei Euro Aktivierung. Wer 100.000 € für einen Trikotsponsorvertrag veranschlagt, sollte 200.000 € für die Aktivierung einplanen.
Ein Engagement, das nur aus dem Logo auf dem Trikot besteht, ist kein Sponsoring. Es ist ein Plakat mit Bewegung.
Warum die Aktivierung unterschätzt wird
Die Aktivierung wird unterschätzt, weil sie im Vertragszeitpunkt nicht sichtbar ist. Der Vertrag nennt eine Summe für die Rechte — die Aktivierung ist eine Folgeentscheidung, die im Marketingteam oft erst nach Vertragsabschluss ernst genommen wird. Dann fehlt das Budget, und das Engagement verkommt zu einem Logo, das in der Saisonrückschau nicht einmal erinnert wird.
Wir raten Marketingteams, die Aktivierungssumme vor Vertragsabschluss festzulegen — nicht als Restposten, sondern als eigentlichen Wirkungshebel. In der Strategie-Leistung von Titan Passage ist die Aktivierungssumme Teil der Shortlist-Bewertung. Eine Eigenschaft, die teuer in den Rechten ist und keine Aktivierungspotenziale lässt, landet nicht auf der Shortlist — egal wie bekannt sie ist.
Drei Posten, die im Aktivierungsbudget enthalten sein sollten
- Eigene Maßnahmen — Events, Kundenaktionen, Social-Media-Kampagnen, die die Marke selbst durchführt. Oft der größte Posten.
- Kooperationsmaßnahmen mit dem Verein — Hospitality, Stadionpräsenz, digitale Inhalte, die gemeinsam umgesetzt werden.
- Messung — Reichweitenauswertung, Zielgruppenbefragung, Wirkungsanalyse am Jahresende. Häufig vergessen, immer unterschätzt.
Was passiert, wenn das Verhältnis stimmt
Ein regionales Getränkeunternehmen, das wir in der Saison 2024/25 begleitet haben, hat ein Engagement in der 2. Bundesliga mit einem Rechtevolumen von 280.000 € und einem Aktivierungsbudget von 610.000 € abgeschlossen. Das Verhältnis lag bei 1:2,2. Eine Saison später lag der Vertriebszuwachs im Verbreitungsgebiet des Vereins bei 11 % — außerhalb bei 0,4 %. Das ist kein Zufall. Das ist ein Engagement, bei dem das Verhältnis gestimmt hat.
Ein anderes Beispiel: ein Bundesligist, der ein Engagement mit einem Rechtevolumen von 1,2 Mio. € und einem Aktivierungsbudget von 400.000 € abgeschlossen hatte — Verhältnis 3:1. Eine Saison später war die Markenerinnerung an den Sponsor in der Zielgruppe nicht messbar gestiegen. Der Sponsor hat den Vertrag nicht verlängert. Das Engagement war nicht zu klein — es war falsch gewichtet.
Fazit
Die Frage nach dem Budget ist nicht falsch — sie ist nur unvollständig. Die vollständige Frage lautet: wie viel Rechtevolumen, wie viel Aktivierung, in welchem Verhältnis. Wer diese drei Zahlen vor Vertragsabschluss beantworten kann, hat eine realistische Chance auf Wirkung. Wer nur die erste beantwortet, kauft ein Logo.
Wir prüfen Ihr Budgetverhältnis vor Vertragsabschluss.
In der Strategie-Leistung bewerten wir das Aktivierungspotenzial jeder Eigenschaft auf der Shortlist. So vermeiden Sie ein Engagement, das nur auf dem Papier funktioniert.